{"id":340,"date":"2024-11-28T13:55:54","date_gmt":"2024-11-28T13:55:54","guid":{"rendered":"http:\/\/layersoftime.com\/?p=340"},"modified":"2024-11-28T20:06:01","modified_gmt":"2024-11-28T20:06:01","slug":"sprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/layersoftime.com\/?p=340","title":{"rendered":"Randnotiz #2"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Inwiefern hat Sprache einen Einfluss darauf, wie ich mich f\u00fchle?<br \/>\nMir ist aufgefallenen,\u00a0 dass dreimal, nachdem ich mit Marc Luxemburgisch geredet habe , ich kurz danach so richtig abgest\u00fcrzt bin \u2026 und nicht so wirklich wusste, wieso das passiert \u2026\u00a0 ich erstmal keinen Zusammenhang gesehen da es genug in meinem Leben gibt was als Trigger f\u00fcr mentale, emotionale Reaktionen oder Flash Backs dienen k\u00f6nnte hat es mich etwas Zeit gekostet, um eine Idee zu bekommen, dass da eventuell was zusammenh\u00e4ngen k\u00f6nnte \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass ich Deutsch schreibe, mittlerweile, ist eine bewusste Entscheidung.<br \/>\nDie Sprache meines Alltags soll auch die Sprache sein, in der ich arbeite. Und: Englisch nervt so ein bisschen, in mir hat sich so eine M\u00fcdigkeit ausgebreitet, was das Englisch angeht. Auch wenn ich noch immer nicht gut Deutsch schreibe, mich nicht gut und nuanciert ausdr\u00fccken kann, ich eine Flachheit sp\u00fcre. \u2026 trotzdem \u2026 es ist jetzt die Sprache, die ich nutze. \u2028Also, ich eigne sie mir an.\u00a0 \u2028Denn, so wirklich traue ich es mir nicht. Denn Deutsch geh\u00f6rt den Deutschen, so habe ich das in meinem Unterbewusstsein gespeichert. \u2028Sich nach 24 Jahren Berlin bekomme ich noch Kommentare \u00fcber meine Deutschkenntnisse, mein Akzent (ob da einer ist oder nicht und wenn ja, wie sich das anh\u00f6rt) Dabei gibt es eine Menge Deutsche, die ruhig sich etwas mehr M\u00fche k\u00f6nnten mit ihrer Sprache &#x1f609;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Luxemburgisch ist nicht mehr meine Sprache, war es nie ganz, und wird nicht mehr sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Etwas bewegt sich in mir, wenn ich sie spreche. Und es ist etwas, wovon ich mich distanzieren m\u00f6chte, immer, sofort, das gleiche Gef\u00fchl was ich habe in Luxemburg: Ich will weg. Mir ist \u00fcbel, ich werde schwer und unbeweglich, wie gel\u00e4hmt, verliere das Gef\u00fchl, dass ich gehen darf, weg gehen kann aus eigener Kraft \u2028Ich wollte dort immer weg. \u2028Raus aus dem Gef\u00fchl \u201cFamilie\u201d. Bis heute ertrage ich warme R\u00e4ume mit Sofas und geschlossenen Fenstern und wenig Licht in irgendwelchen traditionellen Familienkonstellationen nicht. \u2028Ich will dann fl\u00fcchten, Zigaretten rauchen in der K\u00e4lte, leere wei\u00dfe geordnete R\u00e4ume, mich bewegen, stundenlang laufen.\u2028Raus. \u2028Ja. \u2028Inwiefern war mein Wohnen in Berlin das Entfernteste, was m\u00f6glich war \u2026 nicht geografisch, aber es ist der Ort, der in meiner Familie der Letzte gewesen w\u00e4re wo sie hingezogen w\u00e4ren.\u2028\u2028Und jetzt?\u2028Dieses Projekt ist Luxemburg, ist luxemburgisch, ist Familie. Vielleicht ist es ein Teil von der Geschichte, mit der ich kann und vielleicht ist es ein Teil, der auch mir erlaubt eine andere Art der Beziehung zu meiner Familie zu haben.<br \/>\nManchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich hier bin, dass ich lieber hier bin, dass ich nicht mehr nach Luxemburg fahre, dass ich mich nicht genug um meine Familie \u201ck\u00fcmmere\u201d, dass ich kein Bed\u00fcrfnis habe dort zu sein.<br \/>\nUnd<br \/>\nIch bin hier zuhause. In Berlin.<\/p>\n<p>Und ich habe Angst. Hier. Heute, in 2024,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inwiefern hat Sprache einen Einfluss darauf, wie ich mich f\u00fchle? Mir ist aufgefallenen,\u00a0 dass dreimal, nachdem ich mit Marc Luxemburgisch geredet habe , ich kurz danach so richtig abgest\u00fcrzt bin \u2026 und nicht so wirklich wusste, wieso das passiert \u2026\u00a0 ich erstmal keinen Zusammenhang gesehen da es genug in meinem Leben gibt was als Trigger &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-340","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-randnotiz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/340"}],"collection":[{"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=340"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/340\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":343,"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/340\/revisions\/343"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=340"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=340"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/layersoftime.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}